· 

Schlechte Essgewohnheiten – (un)bewusst Essen

Es ist nicht immer Hunger – auch bestimmte Gewohnheiten verleiten uns zum Essen. Zu einem Film im Kino gehört Popcorn, zu einem Besuch bei Oma und Opa ein Stück Kuchen und zum Fußball schauen ein Bier und eine Bratwurst. Wer beispielsweise regelmäßig während der Lieblingssendung Schokolade nascht, bekommt oft schon beim Einschalten des Fernsehers Appetit auf etwas Süßes. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, essen wir den Kuchen oder das Popcorn nicht, weil wir hungrig sind, sondern weil es einfach dazu gehört – wir haben uns über die Zeit darauf konditioniert. Auch wer sehr schnell seine Mahlzeiten verputzt, isst leicht über den Hunger hinaus. Beobachte doch Mal Dein Essverhalten und spüre ungünstige Essgewohnheiten auf. Dann kannst Du gezielt gegensteuern! Hier nun die absoluten Klassiker, die uns meist seit der Kindheit begleiten.

 

Der leere Teller

„Wenn Du den Teller nicht leer isst, wird das Wetter schlecht!“ Diesen Spruch hat doch bestimmt jeder in seiner Kindheit gehört. Anstatt auf die Prophezeiungen unsere Eltern und Großeltern zu hören, sollten wir viel lieber auf unser Sättigungsgefühl verlassen. Im Restaurant von vornherein eine kleinere Portion bestellen oder die Reste einpacken lassen. Zuhause den Teller nicht randvoll machen und Dir nur so viel nehmen, wie Du auch essen möchten. So gehst Du auf Nummer sicher Dich nicht zu überessen.

 

Gründlich kauen

Lass Dir Zeit – wohl eine der wichtigsten Regeln beim Essen: Erst 15-20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit sendet unser Körper Sättigungssignale. Isst Du sehr schnell, hast Du zu diesem Zeitpunkt schon über den eigentlichen Hunger hinaus gegessen. Nimm Dir Zeit zum Essen und nimm nur kleine Bissen. Genieße den Geschmack möglichst lange und kaue bewusst und intensiv. Lege auch ruhig Mal das Besteck zur Seite und nimm einen Schluck Wasser. Das füllt zusätzlich den Magen und Du kannst eine kurze Pause machen.

 

Frustessen

Manchmal essen wir nicht aus Hunger, sondern weil wir gestresst, unzufrieden oder verärgert sind. Oder wir haben Langeweile, Kummer und Sorgen. Solchen Essgewohnheiten solltest Du schnellstmöglich auf die Schliche kommen und versuchen und Dich auf eine andere Art und Weise ablenken. Denn Frustessen dient rein als Ventil und Trostpflaster. Werde Dir bewusst darüber, warum Du gerade in einem Stimmungstief festhängst und hole dich schnellstmöglich da wieder raus – ohne Schoki und Chips. Überlege Dir was Dir Freude bereitet und Dir guttut. Unternimm etwas oder ruhe Dich aus. Treffe Dich mit Freunden, geh ins Kino, mache einen Spaziergang, gehe in die Sauna, lies ein Buch oder lass während einer knackigen Sporteinheit Dampf ab. Danach wird es Dir sicherlich besser gehen, als nach einer Tüte Chips. Alternativ gibt's hier zehn gesunde Snacks für Zwischendurch und zehn Tipps gegen Heißhunger.

 

bewusst genießen

Häufig essen wir zwischen Tür und Angel. Im Stehen, vor dem Fernseher oder auf dem Weg zur Arbeit – wir machen uns in dieser schnelllebigen Welt einfach zu wenige Gedanken um das tägliche Essen. Morgens noch schnell eine Brezel auf dem Weg zur Arbeit, dann den Coffee-to-Go auf dem Weg zum nächsten Meeting, das Mittagessen noch schnell vor dem Computer und abends bei Tisch noch auf dem Tablet die neusten Nachrichten lesen. Wir konzentrieren uns währenddessen auf alles, nur nicht aufs Essen selbst und auf das Gefühl der Sättigung. Nimm Dir vor, nicht im stehen oder während Du läufst zu essen und nimm Deine Mahlzeiten an möglichst festen Plätzen zu Dir. So kannst Du Dich auf das Wesentliche – nämlich das Essen – konzentrieren.

 

Für das bewusste Genießen ist auch eine schöne Ess-Atmosphäre wichtig. Kerzenlicht, Blumen, Servietten und leise Hintergrundmusik helfen dabei, die richtige Stimmung für bewusstes Essen zu schaffen.

 

Erlebnisessen

Oftmals koppeln wir verschiedene Erlebnisse mit einem bestimmten Produkt. So haben wir das Erlebnis "Fernsehen" mit dem Verzehr von Essen, z.B. in Form eines Chips gekoppelt. Es gibt unheimlich viele dieser Konditionierungen, sowohl zu besonderen Anlässen als auch im Alltag. Erst wenn Du sie erkannt hast, kannst Du sie nach und nach verändern. Wichtig dabei ist, nicht einfach damit aufzuhören – denn so etwas mag Dein Gehirn überhaupt nicht. Lässt Du zu dem jeweiligen Erlebnis das entsprechende Produkt weg, hinterlässt dies eine Lücke. Nach kurzer Zeit greifst Du wieder zu den gewohnten Chips. Damit dies nicht passiert, kannst Du etwas anderes auf den Tisch stellen, wie z.B. einen Obstteller. Klar, das befriedigt sicherlich nicht Dein Verlangen nach Chips, aber das gewohnte etwas in den Mund zu stecken und zu kauen bleibt erhalten. Mit der Zeit gewöhnst Du Dich aber an Deine Portion Obst und Du kannst Dir gar nichts anderes vorstellen. Dies erfordert eine ordentliche Portion Disziplin, denn es ist nicht so leicht Dir eine antrainierte Verhaltensweise einfach so wieder abzugewöhnen. Gehe es Schritt-für-Schritt an. Ersetze nach und nach immer mehr Chips mit Obst. So ist es ein schleichender Prozess und Du trickst Deinen Gehirn aus, das es gar nicht bemerkt.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß beim bewussten Essen!

 

Bleib gesund,

Dein Aron

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0