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Wie Du durch Meditation gesünder wirst

"Durch die systematische Schulung der Achtsamkeit, die wir während der Meditation und ähnlichen Übungen trainieren,  gelingt es uns immer besser, auch im Stress achtsam zu bleiben.

So können wir entscheiden, wie wir in schwierigen Situationen reagieren wollen und verfallen weniger in automatische
Reaktionsweisen."

Jon Kabat-Zin

 

Was bedeutet Meditation für mich?

Für mich war Yoga und insbesondere Meditation lange Zeit etwas für irgendwelche Yogis und Langhaar-Hippies, die weit weit weg von der Realität leben. Wie kann man nur Ewigkeiten rumsitzen und nichts tun? Nichts tun, das ist doch das schlimmste in unserer Gesellschaft, das es gibt. Einfach da sitzen und zu versuchen an nichts zu denken. Was soll das? Für mich hörte sich das nach reiner Zeitverschwendung an.

Mittlerweile sitze ich drei Mal die Woche morgens auf dem Meditationskissen meiner Freundin und verschwende meine Zeit. Ich würde mich noch als Anfänger bezeichnen, da ich dies nun seit einem knappen halben Jahr mache. Aber wie kommt dieser Sinneswandel fragst Du Dich nun zurecht. Und bin ich nun selbst ein Langhaar-Hippie?

Nein, so würde ich mich nicht bezeichnen. Ich bin zur Meditation durch einige Podcasts, meinen besten Freund sowie meine Freundin gekommen. Ich dachte mir: So verkehrt kann das ja nicht sein, wenn das die Menschen tun, die mir nahe stehen. Also habe ich dem ganzen eine Chance gegeben.

Was ist Meditation eigentlich?

Meditation kommt vom lateinischen und bedeutet soviel wie Nachdenken, Nachsinnen oder Überlegen. Eigentlich hat Meditation religiöse Wurzeln, wird mittlerweile aber auch unabhängig von Religion ausgeübt. Kurz und knapp würde ich Meditation als Entspannungsmethode beschreiben, bei der man sich auf seinen Atem, seine Gefühle und einfach auf sich selbst konzentriert. Und hier sind wir auch schon beim Stichwort Konzentration und Achtsamkeit. Durch Achtsamkeit lernst Du auf Deinen Körper und dessen Zeichen zu hören und richtig darauf zu reagieren.

 

Warum meditieren?

Einige Schüler fragen ihren Zen-Meister warum er so zufrieden und glücklich ist:

Der Zen-Meister antwortet: “Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich liebe, dann liebe ich …”

“Das tun wir auch, antworteten seine Schüler, aber was machst Du darüber hinaus?” fragten Sie erneut. Der Meister erwiderte:
“Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich … ”

Wieder sagten seine Schüler: “Aber das tun wir doch auch Meister!” Er aber sagte zu seinen Schülern: “Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”

 

Das tolle an der Meditation ist, dass Du dadurch nicht wie Eingangs erwähnt Zeit verlierst, sondern Zeit gewinnst. Durch mehr Fokus auf Deine täglichen Aufgaben lässt Du Dich weniger ablenken und kannst viel effizienter Arbeiten. Wie oft lassen wir uns im Alltag ablenken und sind nicht bei der Sache? Handy checken, Mails abrufen, über unwichtige Dinge Gedanken machen um nur ein paar Ablenkung während des Tages zu nennen. Du lernst mit Stress umzugehen und vor allem in stressigen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren.

5 Gründe warum Du mit dem Meditieren anfangen solltest:

  1. Abschalten: Täglich schwirren in unserem Kopf ca. 80.000 Gedanken im Kopf umher. Ja, achtzig Tausend. Und an wie viele kannst Du Dich davon noch erinnern? Nur an ein Bruchteil. Meditation hilft, Deine Gedanken zu ordnen und insbesondere lehrt es den Umgang mit Alltagsgedanken.
  2. Bewusstheit: Durch Meditation lernst Du Deinen Alltag bewusster wahr zu nehmen und auch die Kleinigkeiten in Deinem Leben wieder zu schätzen. Durch die bewusste Wahrnehmung der kleinen Momente am Tag wirst Du glücklicher und dankbarer.
  3. Stressabbau: Schon während der Meditation entschleunigst Du Dein Leben für eine bestimmte Zeit. So kann Stress erst gar nicht entstehen.
  4. Gelassenheit: In schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren – das wird an einigen Personen immer bewundert. Durch meditieren wird es schwerer für die Alltagsprobleme Dich aus der Ruhe zu bringen.
  5. Selbstbewusstsein: Meditation kann Dir dabei helfen selbstbewusster zu werden. Selbstbewusstsein besteht aus zwei Wörtern: Selbst und Bewusstsein. Werde Dir selbst bewusst. Wenn Du Dich und Deinen Körper besser verstehst, wird automatisch auch Dein Selbstbewusstsein nach Außen steigen. Du wirst eine innere Stärke ausstrahlen.

Was hat meditieren mit einem gesunden Leben zu tun?

Für mich gehört meditieren mittlerweile zu einer gesunden Lebensweise dazu. Meditation kann auch einen sehr direkten Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Du lernst auf die Signale Deines Körpers zu hören und richtig zu deuten. So kann meditieren bei gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck, hohem Blutzuckerspiegel und zu hohen Cholesterinwerten helfen. Oft ist einer der Faktoren für solche Leiden Stress und Unausgeglichenheit. Entschleunigst Du hin und wieder Dein Leben und hörst auf Deinen Körper, kannst Du vielen Krankheiten vorbeugen - Stichwort: Burnout. Auch kann meditieren positive Auswirkungen auf Dein Immunsystem haben, es kann Dir dabei helfen Deine Ängste zu überwinden und kann bei depressiven Symptomen helfen. Meditation hilft negative Gedanken auszublenden und Dich auf die schönen Dinge im Leben zu konzentrieren. Durch diese Achtsamkeit Deinem Körper gegenüber hat Meditation einen direkten Effekt auf Deine Gesundheit.

Auch kann Meditation Dir bei Deinem Essverhalten helfen. Du lernst dadurch achtsamer zu essen. Nicht nur, dass Du lernst das Essen wieder mehr zu genießen. Du wirst auch die ständigen Naschattacken einschränken können. Wie oft passiert es, dass während dem arbeiten, beim Fernseh schauen oder einfach im vorbeigehen ein Stückchen Schokolade oder ein Bonbon im Mund verschwindet? Durch mehr Achtsamkeit kannst Du also bewusster steuern was Du den ganzen Tag so nebenbei isst. Sozusagen eine aktive Snickerssteuerung. So kannst Du sehr schnell auf viele unnötige Kalorien verzichten.

 

Eine kleine Anleitung zum meditieren

  1. Suche Dir einen Platz an dem Du Ruhe hast. Du solltest dort 10 Minuten ungestört verbringen können. Am besten auch alle Ablenkungen um Dich herum entfernen.
  2. Schaffe Dir Ruhe. Es sollte am besten Mucksmäuschenstill sein. Da das oft sehr schwierig ist, pack Dir Kopfhören auf die Ohren.
  3. Am besten setzt Du Dich im Schneidersitz auf eine Yogamatte und ein Handtuch. Du solltest gemütlich sitzen können.
  4. Aufrecht sitzen ist wichtig. Deine Arme locker in Deinen Schoß fallen lassen.
  5. Stelle Dir einen Wecker auf 5-10 Minuten.
  6. Nun schließe Deine Augen und konzentriere Dich auf Deine Atmung. Tief ein und aus atmen. Sollten Deine Gedanken abschweifen und Du schon ans Mittagessen denken, dann konzentriere Dich langsam wieder auf Deine Atmung.
  7. Zurück ins Hier- und Jetzt. Klingelt Dein Wecker, dann springe nicht sofort auf, sondern lass alles erst einmal auf Dich wirken. Behalte dann Deinen Fokus und starte in den Tag.

Wichtig ist: Es gibt kein richtig oder falsch bei der Meditation. Versuche Deine Gedanken zu beobachten und konzentriere Dich am Anfang auf Deine Atmung. Ich meditiere am liebsten gleich morgens nach dem Aufstehen. Aber auch Abends vor dem zu Bett gehen ist eine gute Zeit. Probiere einfach aus, zu welcher Zeit Du Dich am besten konzentrieren kannst. Übertreibe es am Anfang auch nicht und sei nicht zu hart mit Dir selbst. 5 bis 10 Minuten können eine lange Zeit sein, wenn man es nicht gewohnt ist einfach nur da zu sitzen. Wahrscheinlich wirst Du nervös werden und irgendetwas tun wollen – dann bleibe einfach ruhig sitzen.

Wenn Du über ein paar Wochen dieses Atemübungen gemacht hast, kannst Du zu geleiteten Meditationen übergehen. Hierzu gibt es mittlerweile viele Apps. Du kannst Deine Meditationszeit sukzessive erhöhen und nach und nach immer mehr auf Deinen Körper hören. Bald achtest Du nicht nur noch auf Deine Atmung sondern auf Dein Befinden und Deine Gefühle. Viel Spaß dabei!

Bleib gesund.


Dein Aron

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