· 

Was wir von Hundertjährigen lernen können

"Wir sterben heutzutage an Krankheiten an denen wir nicht sterben müssten, zu Zeitpunkten

an denen wir nicht sterben müssten."

 

Vor einer Woche war ich auf dem Geburtstag von meinem Opa. Auf dem 97. Das hat mich darauf gebracht einen Post über ein langes Leben zu schreiben, auch wenn ich selbst erst 29 bin. Es ist einfach ein langes Leben auf die Genetik desjenigen zu schieben. Genetik spielt bestimmt eine Rolle, muss aber keineswegs der Hauptgrund für ein langes Leben sein. Vermehrt beschäftigen sich Menschen mit der Thematik der Hundertjährigen. Wie wird man so alt? Ich habe neulich bei GedankenTanken ein Video darüber gesehen, danach habe ich den Artikel von Dan Buettner in der New York Times gelesen, auch gibt es einige Bücher und Studien zu diesem Thema. Dabei kommen alles zu sehr ähnlichen Ergebnissen: Es hat extrem viel mit dem Lebensstil und den eigenen Gewohnheiten zu tun. Denn es ist doch schon fast unvorstellbar, dass ein Mensch der 100 Jahre gelebt hat immer noch surfen geht oder?

 

Okinawa

Sehr viel hat mit der Lebensweise bzw. den Gewohnheiten zu tun - welche das sind, zeigen Untersuchungen an den ältesten Menschen der Welt in Japan. Von den 127 Millionen Menschen dort sind 65.000 mindestens 100 Jahre alt. Die Präfektur Okinawa zählt weltweit zu den Regionen mit der höchsten Lebenserwartung, obwohl sie die ärmste Japans ist. Seit 40 Jahren gibt es dort Untersuchungen.

 

Auswertungen zeigen, dass ihre Langlebigkeit vor allem auf besondere Ernährung, regelmäßige Bewegung, moderaten Alkoholkonsum und soziale Eingebundenheit zurückgeht. Ihre Mahlzeiten bestehen aus kalorienarmer Kost mit hoher Nährstoffdichte. Sie essen fast ein Kilo Gemüse pro Tag, dazu Sojabohnen, Obst, frischen Fisch und fettarmes Fleisch.

 

Weitere Regionen auf der Welt sind:

  • Loma Linda Kalifornien (Nordamerika),
  • Sardinen in Italien (Europa) und
  • die Insel Ikaria in Griechenland (Europa),
  • Nicoya in Costa Rica (Südamerika).

Auch hier kommen Forscher zu ähnlichen Ergebnissen wie in Okinawa. Es sind einzelne Lebensgewohnheiten, die ein langes Leben möglich machen. Denn: Nur 10 Prozent unserer Gene bestimmen, wie alt wir werden, so Dan Buettner. Für den Rest sind wir selbst verantwortlich.

Die Lebensgewohnheiten

Bewegung

Nein, Du musst nun kein Marathonläufer werden um länger zu leben. Viel wichtiger ist die tägliche, moderate Bewegung. Längere Spaziergänge, Gartenarbeit, Fahrradfahren, Treppenlaufen, Schwimmen… All das machen diese alten Menschen jeden Tag. Sie nehmen nicht für jede kleinere Strecke das Auto, die Rolltreppe oder den Fahrstuhl. Auch besitzen sie keine Staubsauger- oder Mähroboter. Sie bewegen sich sozusagen die ganze Zeit und sitzen nicht acht Stunden am Tag vor dem Bildschirm. Wir sind immer bequemer geworden und schieben den Bewegungsmangel auf die nicht vorhandene Zeit. Dabei ist es wirklich nicht schwierig Bewegung in den Alltag zu integrieren. Auch gibt es ein riesen Angebot an Sportarten. Von Bootcamps bis zum Yoga in der Natur. Für jeden ist etwas dabei – einfach mal machen.

 

Iss nur solange Du Hunger hast

Eigentlich auch einleuchtend, wenn man bedenkt wie es Dir nach einem Fressgelage geht. Vielleicht schaffst Du es noch Dich noch zum Sofa zu schleppen und unter stöhnen den vollgegessenen Bauch abzulegen – ein typischer Fall von Koma(fr)essen. Daher ist es sinnvoll sich an die 80 Prozent-Regel zu halten: Höre auf zu essen, sobald dein Magen zu 80% voll ist. Und bitte nun nicht verdrehen und sagen: Immer 80 Prozent von dem essen, was da ist – so funktioniert das leider nicht. Hier ein paar Tipps um diese Regel künftig sehr einfach befolgen zu können:

  • Iss nur eine Portion und räume alles andere sofort weg (das heißt, es gibt keinen Nachschlag).
  • Iss von kleineren Tellern und kaufe kleinere Verpackungen: So sieht die Menge größer aus.
  • Iss langsamer, nimm dir Zeit zum Essen und lass dich nicht vom Fernseher oder Computer ablenken.

Deinem Körper tust Du damit einen riesigen Gefallen. Denn zu viel Essen belastet Deinen Magen-Darm-Trakt und macht Dich schlapp. Dein Körper ist einfach viel zu lange mit der Verdauung beschäftigt.

 

Pflanzliche Ernährung

Hundertjährige ernähren sich überwiegend pflanzlich. Fleisch kommt nur sehr selten auf den Teller. Meist zu besonderen Anlässen und ca. ein bis zwei Mal im Monat. Den Großteil ihrer Energie beziehen sie aus einer rein pflanzlichen Ernährung. Wie oben schon kurz geschrieben sind ein Kilo Gemüse am Tag nichts Außergewöhnliches. Dies wird durch Obst, Hülsenfrüchte und Fisch ergänzt. Dazu wird noch viel getrunken – nein leider kein Bier – sondern Wasser.

 

Sinn im Leben

Es ist unheimlich wichtig den Sinn des eigenen Lebens zu entdecken für den Du Tag für Tag aufstehen möchtest. Es ist auffällig, dass die 100 Jährigen nicht die Welt retten möchten. Ihre persönliche Bestimmung bezieht sich auf ihre nähere Umgebung: Freunde, Familie, Gemeinde, Haustiere, Job, Hobbys, Lernen. Bei ihrem ikigai (frei übersetzt: Lebensinn) setzen Menschen ihre Fähigkeiten ein, fühlen sich frei, erfüllt, haben Spaß und vergessen die Zeit sowie ihre Sorgen.
Um den eigenen Sinn im Leben zu finden haben mir die Bücher von John Strelecky geholfen: The Big Five for Life und Cafe am Rande der Welt. Die eigenen Big Five helfen Dir im Leben einen Rahmen zu bilden und den eigenen Lebenssinn zu finden und nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Gelassenheit

Stress und Sorgen gehen an keinem von uns Spurlos vorbei. Dale Carnegie hat sogar ein ganzes Buch über Sorgen und deren Konsequenzen auf uns und unseren Körper geschrieben. Menschen, die sich nicht leicht stressen lassen und nicht in Problemen, sondern Lösungen denken leben länger. So auch die 100 Jährigen. Sie gehen ihre Tage sehr gelassen an. Sie halten hier und da einen Plausch, machen einen Tag in der Woche einfach mal nichts und kümmern sich um ihre Familie oder sie halten Siesta. Vor allem machen sie sich keine Sorgen. Das erinnert mich an ein Zitat von Buddha:

 

"Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus."

 

Und genau darum geht es. Wir können unseren Alltag immer wieder entschleunigen und zur Ruhe kommen zum Beispiel durch Yoga oder Meditation. Das entscheidende ist aber die Lebenseinstellung hinter all dem. Lasse Dich von vornherein nicht stressen und nimm Dir auch mal Zeit für die Kleinigkeiten des Lebens.

 

Tue etwas für Deine Gesundheit

Das sind eigentlich keine neuen Erkenntnisse, nur leider setzen die wenigsten diese einfachen Dinge im Leben um. Es scheitert einfach an der täglichen Umsetzung und an den immer gleichen Ausreden. Daher fange doch einfach mit einem hier genannten Punkt an und integriere diese Gewohnheit in Dein Leben. Vielleicht macht es Dir ja Spaß und Du startest mit der zweiten. Denn ich glaube wir können von Menschen, die so alt geworden sind eine Menge lernen:

  • Bewege dich natürlich.
  • Habe eine Lebensaufgabe.
  • Herunterschalten.
  • 80% Regel.
  • Überwiegend pflanzliche Ernährung.
  • Zugehörigkeit.
  • Zuerst kommt die Familie.
  • Die richtige Umgebung (Menschen, die die zuvor genannten Faktoren ebenso befolgen, wie Du).

Bleib gesund,
Dein Aron

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Dany (Sonntag, 06 Mai 2018 06:32)

    Ein sehr interessanter Beitrag und tolle Denkweise. Wir sollten viel mehr auf uns achten und nicht ständig in Stress verfallen und uns wundern warum wir dadurch immer wieder krank werden. Wer auf seinen Körper hört merkt auch schnell was er brauch. Was gut tut und was nicht.

    Liebe Grüße Dany von danyalacarte.de

  • #2

    Aron (Sonntag, 06 Mai 2018 19:16)

    Hallo Dany,
    vielen Dank für Dein Feedback!
    Ja da hast Du vollkommen recht.. Dem eigenen Körper wieder vertrauen ist ein riesen Thema � Das müssen wir Schritt für Schritt wieder entdecken..
    Viele Grüße
    Aron