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Heimisches Superfood

Superfoods sind nicht erst seit gestern in aller Munde. Aber ab wann darf sich ein Lebensmittel eigentlich als Superfood rühmen? Laut Oxford Dictionaries sind dies sehr nährstoffreiche Lebensmittel, die als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet werden. Besonders beliebt sind hierzulande exotische Superfoods wie Chia-Samen, Quinoa und Goji-Beeren. Bis sie es aber den Weg ins Supermarktregal schaffen haben sie meist einen sehr langen und beschwerlichen Transportweg hinter sich. Dadurch sind die exotischen Superfoods recht teuer und hinterlassen einen großen ökologischen Fußabdruck. Für eine Lösung muss nicht lange gesucht werden, denn die findet sich meist im eigenen Garten: Regionale Superfoods!

Regionale Lebensmittel sind nicht nur frischer als die meist getrockneten Exoten, sie hinterlassen auch kein Loch in Deinem Geldbeutel. Also einfach beim nächsten Einkauf auf die Alternativen im Supermarkt achten – das Müsli oder der Smoothie schmeckt mindestens genauso gut mit der regionalen Alternative.

 

Chia-Samen vs. Leinsamen

Chia-Samen sind längst in allen Supermärkten angekommen und sind wohl kein Geheimtipp mehr. Beliebt sind nach wie vor. Denn die kleinen grauen Körner stellen eine Wertvolle Quelle für Omega-3, Omega-6, Calcium und Eisen dar. Bevor sie aber in unserem Müsli, Brot oder Smothie landen müssen sie erst aus Zentralmexiko, Argentinien oder Australien eingeflogen werden.

 

Die heimische Superfood-Antwort heißt Leinsamen und kann es locker mit den viel umworbenen Chia-Samen aufnehmen. Die Omega-3-Fettsäuren Konzentration fällt sogar etwas höher aus als bei Chia-Samen. Zudem stecken sie voller Ballaststoffe, knochenstärkendem Calcium, Zink, Eisen und Antioxidantien. Leinsamen schmecken im Smoothie, Müsli oder frisch gebackenen Brot.

 

Quinoa vs. Hirse

Auch bekannt als Perureis oder Inkareis ist Quinoa die glutenfreie Antwort zu Getreide. Quinoa stammt, wie die Namen schon vermuten lassen, aus Südamerika und gehört zu der Gattung der Gänsefußgewächse wie beispielsweise Mangold oder Spinat. Durch die vielen Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Aminosäuren zählt das Pseudogetreide zu den exotischen Superfoods.

 

Ein ähnlich guter Nährstoffmix wie in Quinoa findet sich in der heimischen Hirse. Zwar enthält sie etwas weniger Eisen und Magnesium als der Exot, punktet aber wiederum durch die Vitamine A und E sowie verschiedene B-Vitamine. Beim Eiweißanteil ist die Hirse gleichauf mit Quinoa.

 

Goji-Beeren vs. Schwarze Johannisbeere

Goji-Beeren werden schon seit Jahrhunderten als Heilmittel verwendet, insbesondere in der traditionellen chinesischen Medizin. Den Superfoodtrend haben sie von der ersten Stunde mit begleitet und sollen unter anderem bei Erschöpfung und Überanstrengung, Erkältungen, Sehschwäche oder Diabetes helfen. Sie weisen eine sehr hohe Nährstoffdichte auf und  stecken voller Vitaminen und Mineralien. Der Großteil der Ernte kommt aus Asien. Leider kommen sie bei uns oft mit einer hohen Pestizidrückständen an.

 

Die heimische Alternative dazu sind die Schwarzen Johannisbeeren oder Brombeeren. Gerade der dunkelrote Farbstoff der Beeren, der das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen hemmt, macht sie zurecht zu einem Superfood. Zudem sind sie reich an Nährstoffen, vor allem Vitamin C sowie die Vitamine A, B, E, K und P.

 

Weizengras vs. Grünes Gemüse

Der Hype um Weizengras ist zwar ein wenig abgeflacht, Smoothiebars bieten aber nach wie vor die Weizengras-Shots an – meist für sehr viel Geld. Der gesunde Ruf hat das Weizengras dem dort enthaltenen Chlorophyll zu verdanken. Der grüne Farbstoff unterstützt die Darmflora und soll entgiftend wirken.

Als heimische Superfood-Antwort(en) können unter anderem Spinat, Brokkoli oder Grünkohl genannt werden. Aber auch das Grün von Kohlrabi oder Karotten enthalten das wertvolle Chlorophyll. Einfach mit in dem Smoothie mixen oder das Gemüse gedünstet genießen.

 

Wie Du siehst muss es nicht immer die teure Alternative aus Übersee sein. Ein Blick in den heimischen Garten offenbart mindestens gleichwertige Alternativen ohne den langen Transportweg und ist dazu meist frischer.

Das heißt natürlich nicht, dass Du komplett auf die Exoten verzichten musst. Ich mag zum Beispiel Chia-Pudding, für den Leinsamen nicht geeignet sind (andere Konsistenz). Aber vermehrt auf die heimische Alternative zurückzugreifen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Deinen Geldbeutel.

 

Bleib gesund,

Dein Aron

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