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Projekt gute Vorsätze: Alle Jahre wieder oder ein für alle Mal?

In einer guten Woche heißt es wieder: Neues Jahr, neues Glück. Und wie bei jedem Jahreswechsel werden wieder unzählige gute Vorsätze gefasst. Mitten im Silvester- und Weihnachtstrubel nehmen wir uns Dinge vor wie „mehr Sport treiben“, „weniger Arbeiten“ und „aufhören zu rauchen“. So ziemlich jeder kennt diese Klassiker. Für 2017 hatten wir uns in Deutschland wieder einiges vorgenommen:

Die Top drei und die letzten beiden Vorsätze haben mit der eigenen Gesundheit zu tun - auch mehr Zeit mit den Liebsten zu verbringen hängt indirekt damit zusammen (Nummer fünf und sechs). Einzig weniger Geld ausgeben tanzt hier aus der Reihe. Um die schlechte Nachricht vorweg zu nehmen: Knapp 90 Prozent der guten Vorsätze werden in den ersten Wochen über Bord geworfen. Aber woran liegt das?

 

Gute Vorsätze über Bord

Mit einem guten Vorsatz geht immer eine Veränderung einher. Sei es eine schlechte Gewohnheit aufgeben oder mit einer guten Gewohnheit beginnen. Und wenn unser Gehirn eines nicht mag, dann sind das Veränderungen. Warum auch sollte unser Gehirn Veränderungen gut finden? Schließlich geht es dem Gehirn hauptsächlich darum, dass wir überleben …und wir sind durch die aktuelle Lebensweise (noch) nicht gestorben. Also hat unser Körper überhaupt kein Interesse an einer Veränderung – egal ob sie nun gut oder schlecht für uns ist.

Gewohnheiten sind auch sehr wichtig für uns. Ohne diese Automatismen könnten wir gar nicht alle Dinge im Alltag bewältigen. Das beste Beispiel ist Autofahren. Hier greift einer dieser Automatismen. Wir setzen uns ins Auto und fahren los. Müssten wir jedes Mal überlegen, wie wir das Auto starten, würde das viel zu viel Zeit kosten. Diese Gewohnheiten sind tief in unserem Gehirn verwurzelt. Sie erleichtern unser Leben. Mit der Zeit haben sich in unserem Gehirn kleine Trampelpfade für Neuronen gebildet, die sofort wissen welchen Weg sie einschlagen müssen. So kann es passieren, dass wir Dinge erledigen und uns hinterher fragen was wir eigentlich die letzte halbe Stunde getan haben.

 

Nehme ich mir etwas für das neue Jahr vor?

Inspiriert zu dem Thema zu schreiben wurde ich von Simone von Yoga, Meditation und andere göttliche Gewohnheiten. Sie hat Blogger in Ihrer Blogparade aufgerufen über Neujahrsvorsätze zu schreiben. Ich musste selbst länger über die Frage nachdenken, ob ich mir jemals etwas fürs neue Jahr vorgenommen habe. Tatsächlich habe ich das noch nie. Ich habe Neujahrsvorsätze noch nie so ganz verstanden. Warum soll ich bis zum Ende des Jahres warten um etwas anzufangen? Wenn ich merke, dass ich etwas ändern will, fange ich einfach direkt damit an. Der erste Januar ist doch eigentlich ein Tag wie jeder andere auch. Trotzdem sehe ich die Auswirkungen der guten Vorsätze jedes Jahr aufs neue im Fitnessstudio. Ich kann im Januar dort kaum trainieren, so voll ist es. Zum Glück gibt sich das spätestens bis Februar wieder und es ist so viel los wie immer. Die Betreiber der Studios wird es freuen. Vielleicht schauen die Neuen ja nächsten Januar nochmal vorbei.

 

Ich selbst nehme mir also nichts direkt für das neue Jahr vor. Durch das Buch "Big Five For Life" von John Strelecky habe ich allerdings fünf Punkte in meinem Leben, nach denen ich mich richte. Das ist mein grober Rahmen. Eine Orientierung um mich selbst nicht zu verlieren. Meine Big Five sind:

  • Jeden Tag etwas für meine persönliche Entwicklung tun z.B. Bücher lesen/hören, Seminare besuchen, TEDx Talks anschauen oder meditieren. Ich räume mir jeden Tag Zeit für mich selbst ein.
  • Die Welt bereisen. Seit fünf Jahren verreise ich so oft es geht und erkunde neue Länder zusammen mit meiner Freundin. Neue Kulturen zu entdecken und von diesen Menschen zu lernen ist für mich unheimlich wichtig geworden.
  • Viel Zeit mit meiner Freundin, Familie und Freunden verbringen. Ich bin gerne unter Menschen, die mir wichtig sind und nehme mir sehr bewusst diese Zeit.
  • Ich möchte Menschen helfen und inspirieren gesünder und achtsamer zu leben. Dies setze ich aktuell in meinem Blog um und möchte dies weiter ausbauen.
  • Ich möchte Spaß haben, an dem was ich tue. Es ist wichtig für mich, mich auf Dinge zu fokussieren, die mir Spaß und mich glücklich machen. 

Jeden Monat mache ich mir Gedanken zu meinen Big Five. Wie ich in den nächsten Wochen leben möchte um diese für mich zu erfüllen. Welche Bücher möchte ich lesen? Welche Länder möchte ich bereisen? Über welche Themen möchte ich schreiben? Das sind alles Punkte über die ich nachdenke und mir aufschreibe. Das sind zwar keine Vorsätze, aber Ziele, die ich mir stecke.

 

Guter Vorsatz vs. Ziel

Ein Vorsatz ist immer etwas Unverbindliches, ein Vorhaben, ein Wunsch. Du nimmst Dir vor ein paar Kilos abzunehmen. Aber was heißt das genau und bis wann möchtest Du dies erreicht haben? Und genau das ist der große Unterschied zwischen Vorsatz und Ziel. Ein Vorsatz ist etwas, was man gerne hätte. Mit einem Ziel hingegen legst Du fest, was genau Du bis wann erreicht haben willst.

Sich Ziele für das neue Jahr zu setzen finde ich sehr wichtig. Zu wissen was ich im kommenden Jahr erreichen will, ist essentiell um im Leben voranzukommen. Aber wie schaffst Du es jetzt einen guten Vorsatz einzuhalten und Dein Ziel zu erreichen?

 

Acht Schritte um einen guten Vorsatz umzusetzen

  1. Erstelle eine Liste mit Dingen, die Du in Deinem Leben gerne ändern oder erreichen würdest.
  2. Dann schreibe hinter jeden diesen Punkte warum Du diese Gewohnheit gerne ändern oder damit anfangen willst. Überlege Dir ehrlich was Dich antreibt dieses Ziel zu verfolgen. Ist es nur eine Laune oder stehst Du voll und ganz dahinter? Streiche alle Punkte, bei denen Du nicht zu 100 Prozent sicher bist von der Liste. Nimm z.B. den zweiten Punkt auf der Guten-Vorsatz-Liste: Abnehmen. Warum willst Du abnehmen? Bist Du es Leid nach fünf Treppen außer Puste zu sein? Fühlst Du Dich unwohl? Passen Dir keine Klamotten mehr? Liste diese Punkte auf und sei ehrlich zu Dir selbst.
  3. Wähle einen der verbliebenen Punkte aus. Du wirst Deine Energie voll und ganz auf dieses eine Ziel lenken. Wenn Du erfolgreich warst, kannst Du den nächsten Punkt angehen. Bis dahin, konzentriere Dich auf dieses Ziel.
  4. Konkretisiere Deinen Vorsatz und mache ein Ziel daraus. Was heißt gesünder essen, mehr Sport machen oder abnehmen? Werde konkret und schreibe auf, was genau Du ändern willst. Daneben achte auch darauf ein realistisches Ziel zu setzen. Ein zu ambitioniertes Ziel kann Dich demotivieren und am Ende enttäuschen. Als Beispiel könnte Dein Ziel folgendermaßen lauten: Ich möchte in den kommenden sechs Monaten insgesamt 10kg abnehmen und anschließend dieses Gewicht halten. Dies erreiche ich durch gesundes und achtsames essen. Folgende Punkte ändere ich in meinem Leben: Tipps zum schlank werden und bleiben.
  5. Beginne jetzt! Warte nicht bis zum ersten Januar. Starte genau jetzt mit dem ersten Schritt. Warum solltest Du auf einen bestimmten Tag warten?
  6. Halte 30 Tage durch. Um sich an die neue Gewohnheit zu gewöhnen braucht Dein Gehirn etwa 30 Tage. Dann bilden sich neue Trampelpfade und es wird normal für Dich. So kannst Du das Neue in Deinem Leben manifestieren.
  7. Integriere die neue Gewohnheit in Deinen Alltag. Blocke Dir Zeitfenster dafür und kaufe ggf. die nötige Ausrüstung. Möchtest Du mit Sport anfangen? Dann kaufe Dir Trainingsschuhe und Sportklamotten. Mache Dir einen Wochenplan, wann Du Sport machen möchtest.
  8. Informiere Dein direktes Umfeld. Erzähle Deinem Partner und Deinen engsten Freunden von Deinem Vorhaben. Frei nach dem bekannten Zitat von Jim Rohn: "Du bist der Durchschnitt aus den 5 Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst". Präpapiere ebenfalls Deine Alltagumgebung. Entferne z.B. Süßigkeiten, Zigaretten oder Alkohol aus Deiner Wohnung. So kommst Du erst gar nicht in Versuchung.

Starte am besten gleich mit Deiner Liste und komme ins handeln. Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und vor allem Willensstärke!

 

Bleib gesund.

 

Dein Aron

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