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Happy Food - Fettsäuren ..und was diese mit Grillbriketts gemein haben

Die Angst vor fett

Zwar gibt es viele Meinungen und Äußerungen zu Fett, so richtig sicher ist sich aber keiner. So geht es zumindest mir, wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umhöre. Ich kriege Sätze zu hören wie „Fett macht fett“, „Fett ist verantwortlich für schlechte Blutwerte“ oder es geht um  die berühmte „Fettleber“. Es gibt so viele Mythen um dieses Fett. Aber hat nicht vielleicht auch die Angst vor Fett uns fett gemacht?

 

Die USA haben es uns Europäern vor einigen Jahrzehnten vorgemacht und wir sind artig gefolgt. Aus fast allen Lebensmitteln wurde Fett verbannt und Fett als das Böse dargestellt. Es herrschte zweitweise sogar eine gewisse Fettphobie. Butter wurde durch Halbfettmargarine ersetzt und in den Kühlregalen standen plötzlich 1,5 prozentige Milch um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nun ja, wie wir alle wissen hat dieser Fettverzicht nur bedingt etwas gebracht – in den USA sind weit über 50 Prozent der Menschen übergewichtig und viele unter ihnen leiden unter schlechten Blutwerten.

 

Eins Vorweg: Auch wenn wir andere Mitteilungen durch die Medien gewohnt sind – Fett trägt zur Gesundheit bei! Fette haben für unseren Körper viele sehr wichtige Funktionen, auch sind Vitamine fettlöslich und gelangen auf diesem Weg in unseren Körper. Solltest Du Dich also am besten nur noch von Fett ernähren? Nein, das wäre dann eher ein kurzes Experiment. Wichtig ist, wie fast immer, eine Ausgewogenheit, denn Fett ist nicht gleich Fett.

Welche fette gibt es?

Es werden verschiedene Arten von Fettsäuren unterschieden:

  • Einfach ungesättigte Fettsäuren und
  • Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Unser Körper nutzt diese Fettsäuren ganz unterschiedlich. So kann er daraus Energie gewinnen oder er nutzt Fette als Baustoffe für unseren Körper, wie z.B. für die Zellmembranen. Unser Gehirn besteht in der Trockenmasse beispielswiese zu 60 Prozent aus Fett und zu 40 Prozent aus Eiweiß.

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren finden sich in allen tierischen Lebensmitteln wie Butter, Milchprodukten, Fleisch und Wurstwaren. Zudem sind sie Bestandteil pflanzlicher, fester Fette. In diese Kategorie fallen auch Kokosfett oder andere gehärtete Pflanzenöle. Unser Körper kann gesättigte Fettsäuren rein für die Energiegewinnung nutzen. Zum Vergleich: Brennt Zucker z.B. wie angezündetes Heu und Vollkornprodukte wie Grillkohle in unserem Körper, dann brennen gesättigte Fettsäuren wie Grillbriketts. Einmal angezündet brennen diese erst einmal eine Weile und liefern über längere Zeit Energie.

 

Zu unterscheiden von den gesättigten Fettsäuren sind noch die Transfette. Dies sind chemisch (durch sehr starke Erhitzung) veränderte gesättigte Fettsäuren um eine möglichst einfache Verarbeitung und Haltbarkeit zu gewährleisten. Die Transfettsäuren verdanken wir der Lebensmittelindustrie. Fertiggerichte und Fast Food strotzen geradezu vor Transfettsäuren. Diese sind unserem Körper fremd und unnatürlich und bringen wichtige Prozesse durcheinander. Zudem verflüssigen sich diese erst wieder bei ca. 70°C und bleiben auch in unserem Körper fest. Dadurch stellen sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Hier gilt: So gut es geht vermeiden.

unGesättigte Fettsäuren

Auch ungesättigte Fettsäuren könnte der Körper zur Energiegewinnung nutzen. Diese sind ihm hierzu aber viel zu wichtig. Er nutzt ungesättigte Fettsäuren lieber als Baustoff. So braucht unser Körper diese Fette u.a. für seine Zellmembranen, das Gehirn, die Nerven, das Blut und das Immunsystem. Mehrfachungesättigte Fettsäuren unterscheiden sich in Omega-6 (Linolsäure) und 3 (Alpha-Linolsäure). Diese beiden Fette gehören zu den 47 essentiellen Stoffen, die wir unserem Körper durch die Nahrung zuführen müssen. Diese finden sich vermehrt in Fisch, Oliven, Leinsamen und Nüssen.

 

Omega-6 und 3 sind als Gegenspieler zu betrachten. Sie konkurrieren sozusagen um die Vorherrschaft bei verschiedenen Körperfunktionen. So regelt das eine beispielsweise die Steigerung, das andere die Senkung des Blutdrucks. Nur wenn das Verhältnis beider Fette in unserem Körper ausgewogen ist, ist auch unser Blutdruck ausbalanciert. Ein Verhältnis vom Omega-6 zu 3 sollte bei max. 5:1 liegen. Besser wäre sogar ein 2:1 bis 4:1 Verhältnis. Menschen, die in ländlichen Regionen wohnen und sich bewusst von Regionalen Lebensmitteln ernähren, weißen oftmals ein sehr gesundes Verhältnis von 4:1 auf.

 

In der westlichen Welt ist aber ein ganz anderes Verhältnis verbreitet - nämlich 10:1 bis 20:1. Das schadet unserem Körper und ruft z.B. Entzündungen hervor. Hauptsächlich liegt dieses Missverhältnis an den Ernährungsgewohnheiten. Es kommen vermehrt billige pflanzliche mit schlechten Omega-6 zu 3 Verhältnis in unseren Küchen zum Einsatz wie beispielsweise Sonnenblumenöl. Diese sind sehr günstig und daher natürlich sehr beliebt in der Lebensmittelindustrie. Auch die Massentierhaltung tut sein Übriges dazu. Fleisch und Eier aus Mastbetrieben weisen ein deutlich schlechteres Verhältnis auf, als Produkte aus Bio Höfen. Dies liegt zum Großteil an dem Futter. In Mastbetrieben kommt meist nur billiges Getreide zum Einsatz – besser wären Körner und wilde Pflanzen.

 

Beispiel: Ein Ei aus einem Mastbetrieb weißt ein Verhältnis von 10:1 auf – ein Ei aus einem ländlichen Hof von 4:1. Das Landei liegt also voll und ganz im Rahmen unserer Gesundheit.

drei Punkte, die Du bei Fetten in Deinem Leben ändern solltest

Da wir durch die Lebensmittelindustrie über den Tag ordentlich mit Omega-6 Fettsäuren versorgt werden (wie fürsorglich ;) ) gilt für Dich eigentlich nur darauf zu achten genügend Omega-3 als Gegenpart zu Dir zu nehmen. Gesättigte Fettsäuren solltest Du in Maßen zu Dir nehmen:

  1. Mach einen Ölwechsel. Nein, nicht am Auto, sondern in Deiner Küche. Verbanne z.B. Sonnenblumenöl und Margarine. Zum Braten benutze Rapsöl und für exotische Gerichte Kokosöl – dann duftest es auch noch herrlich nach Karibik. Für Salate solltest Du Olivenöl verwenden. Verfeinere Gerichte zusätzlich mit Leinöl und Walnussöl. Diese beiden Öle bitte nicht erhitzen. Leinöl schmeckt z.B. super in Kräuterquark und Walnussöl im Salat.
  2. Koche so oft es geht selbst und mit frischen Zutaten. Je kleiner die Zutatenliste auf gekauften Lebensmitteln, desto besser. D.h. Gemüse, Eier, Obst, Nüsse, Fleisch und Fisch. So kannst Du bewusst Deinen Fetthaushalt steuern.
  3. So gut es geht auf Fertigprodukte und Fast-Food verzichten (Vermeidung von Transfetten).

Es gehört gar nicht so viel dazu, die richtigen Fette zu sich zu nehmen. Mit ein paar kleinen Änderungen kannst Du schon sehr viel für Deine Gesundheit tun.

 

Bleib gesund.

 

Dein Aron

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