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Echte LEBENS//mittel

Am Anfang meiner Fitnessstudiokarriere sollte meine Ernährung einfach nur funktionieren. Ich achtete darauf, dass ich genügend Makronährstoffe zu mir nahm. Das Wie war mir ziemlich egal. Und so landete nicht selten 400g Hühnchen mit trockenem Brokkoli auf meinem Teller. Dazu gab es manchmal noch Diät-Ketchup. Ja, das hört sich nicht nur wenig lecker an – das schmeckt auch so.

 

So etwas ist für mich nun völlig undenkbar. Nicht nur, dass ich fast kein Fleisch mehr esse. Ich liebe es auch zu kochen und zu genießen. Fast ausschließlich mit frischen Lebensmitteln. Auch oder gerade dadurch gebe ich meinem Körper genügend Nährstoffe um fit zu bleiben.

 

Lebens- vs. Totmittel

In den meisten Diäten und Ratgebern geht es meist um Kalorien, also um die Makronährstoffe. Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralien werden oftmals ausgeklammert. Dabei geht es in der heutigen Ernährung genau darum - was wir essen und wo das Essen herkommt.

 

Iss echte Lebensmittel, nicht zu viel davon und überwiegend pflanzlich

Die meisten Menschen stehen auf Fast-Food und die industriell hergestellten Produkte. Gerade in den 90ern als Maggi, Knorr & Co. groß wurden und mit Geschmacksverstärkern alle Sinne benebelten. Solche industriell verarbeitete Produkte nenne ich nur noch Totmittel. Denn sie sind das Gegenteil von wirklichen Lebensmitteln. Sie sehen vielleicht danach aus, haben aber leider nicht viel miteinander gemein.

 

Zu den Totmitteln zähle ich die Produkte mit einer zu langen Zutatenliste. Diese sind so stark verarbeitet worden, dass in ihnen nichts mehr leben kann. Durch Konservierungsstoffe, erhitzen oder sonstige Zusätze wurde fast alles in ihnen abgetötet - daher auch Totmittel. Oder warum sonst, sind Produkte teils zwei Jahre haltbar. Wenn sich darin noch etwas rühren würde, würde es wesentlich schneller verderben. Auch Produkte aus der Fast-Food Industrie zähle ich hierzu. Wenn ein Burger und Pommes nach 10 Jahren immer noch genauso aussehen wie zum Kaufzeitpunkt, kann das doch nicht gut sein. Mit aller Art von Fertiggerichten macht man es sich nur bequem.

 

Es gibt einige grundlegende Lebensmittel, die nur in verarbeiteter Form existieren. Prominente Beispiele sind Brot, Käse, Joghurt oder Wurst. Diese kommen mit wenigen Verarbeitungsschritten und wenigen Zusätzen aus. Bei der Bewertung, ob ein Produkt gesund ist, entscheidet daher der Grad der Verarbeitung. Je mehr Verarbeitungsschritte ein Produkt hinter sich hat (und je mehr Zusätze es enthält), desto weniger hat es mit einem echten Lebensmittel zu tun.

 

Echte Lebensmittel

Mittlerweile hast Du bestimmt eine Ahnung was ich mit Lebens- und Totmitteln meine. Um es Dir bei Deinem nächsten Supermarktbesuch leichter zu machen gibt es hier noch ein paar Tipps um echte Lebensmittel zu erkennen:

 

Greife zu:

  • Gemüse und Obst: Durch die niedrige Energiedichte kannst Du hier beherzt zugreifen. Beim Obst nicht übertreiben (wegen Fructose), beim Gemüse kannst Du essen so viel Du magst.
  • Nüsse und Samen: Diese sollten auch täglich in kleineren Mengen verspeist werden. Durch die hohe Energiedichte solltest Du aber Maß halten.
  • Vollkornprodukte: Lieber zu vollwertigen Produkten greifen – Weißmehl so gut es geht meiden.
  • Fleisch: Dies sollte Beilage sein – nicht die Hauptmahlzeit. Achte darauf, dass Du kein Fleisch aus Massentierhaltung isst. Setze lieber auf Bio oder iss komplett vegetarisch.
  • Tierische Produkte: Auch hier gilt Maß halten. Gerade Milchprodukte kannst Du mittlerweile gut durch pflanzliche Alternativen ersetzen.

Vermeide:

  • Sobald die Zutatenliste mehr als drei Positionen zeigt, solltest Du skeptisch werden.
  • Kannst Du Zutaten von der Zutatenliste nicht einmal aussprechen oder hast keine Ahnung was sich dahinter verbirgt, lasse das Produkt lieber im Regal liegen.
  • Verzichte so gut es geht auf zuckerhaltige Produkte.
  • Sobald etwas unverderblich ist – lasse die Finger davon.
  • Mache einen Bogen um Fast-Food-Restaurants und möglichst alle Kioske, Tankstellenshops etc.

Tipps:

  • Setze vermehrt auf eine pflanzliche Ernährung.
  • Kaufe in den äußeren Gängen im Supermarkt: Hier findest Du Gemüse, die Frischetheke etc. In den innen Gängen liegen meist nur verarbeitete Produkte (gibt natürlich Ausnahmen).
  • Sobald ein fettes Markenlogo mit einem Gesundheitsversprechen auf der Verpackung klafft, solltest Du Deine Finger davon lassen.
  • Kaufe so nah es geht am Erzeuger ein. Besuche den Wochenmarkt in Deiner Stadt oder suche Dir einen Bauernhof in Deiner Nähe.

Selbst wenn Du alle industriell verarbeiteten Produkte ausschließt, bleiben immer noch viele Lebensmittel übrig, die Du essen kannst. Was genau sollst Du denn nun eigentlich essen? Die Antwort lautet: möglichst viele verschiedene Lebensmittel und möglichst ausgeglichen. Wir Menschen sind Allesfresser und brauchen die Abwechslung. Über eine Vielfalt an Lebensmitteln nehmen wir automatisch eine gute Mischung aus Nährstoffen zu uns. Auch die Farben von Obst und Gemüse helfen Dir dabei einen guten Mix aus Nährstoffen zu Dir zu nehmen. Einfach viele verschieden farbige Lebensmittel essen.

 

Im Zweifel solltest du dich für Gemüse entscheiden. Bei ihnen kannst du fast unbegrenzt zuschlagen. Tierische Produkte können eine gute Ergänzung sein, sollten aber nicht im Mittelpunkt stehen.

 

Fünf Gründe Warum Du frische Lebensmittel essen solltest

1. Der Geschmack

Fertiggerichte enthalten viel Zucker, Fett, Salz und meist Geschmacksverstärker. Das lässt Deine Geschmacksknospen regelrecht explodieren. Mit natürlichem Geschmack hat dies leider sehr wenig zu tun. Es ist einfach ein Geschmack für die Masse. Es schmeckt jedem – zumindest eine Zeit lang. Durch frische Lebensmittel lässt Du wieder den natürlichen Geschmack in Deine Küche. Du wirst die vielen verschiedenen Gewürze wieder lieben lernen. Es schmeckt nämlich nicht alles gleich. Geschmack ist vielfältig und dies führt dazu, dass Du neue Rezepte und Lebensmittel ausprobieren wirst. Wie zum Beispiel einen leckeren Chia-Pudding.

 

2. Unkomplizierter Kochen

Klar, im ersten Moment scheint es wesentlich aufwendiger frisch zu kochen. Durch die ganzen Tipps und Diäten von Magazinen und Ratgebern blickt ja auch einfach niemand mehr durch was denn gesund eigentlich bedeutet. Wir beschäftigen uns viel zu sehr damit Kalorien zu zählen und Nährwerte zu checken als einfach etwas leckeres zu kochen. Hältst Du Dich an frische Lebensmittel ist dies aber gar nicht nötig, denn sie sind einfach gesund. Da gibt es auch nichts dran zu rütteln. Eine Tomate ist ein Tomate. Und die ist gesund.

 

3. Gesundheit

Echte Lebensmittel helfen Dir dabei gesund zu bleiben und gleichzeitig Dein Körpergewicht stabil zu halten. Ohne lästiges Kalorienzählen. Da wieder eine natürliche Sättigung einsetzt wird es keine großen Schwankungen bei Deinem Gewicht geben – ggf. wirst Du bei Übergewicht erstmal abnehmen und dann Dein Gewicht ohne Probleme halten können. Zusätzlich wird sich Dein allgemeines Wohlbefinden verbessern. Durch mehr Energie aus den Nährstoffen bist Du weniger Müde und hast auch Lust auf Bewegung. Das fördert ganz nebenbei den Aufbau von Muskeln – Deinen Kraftwerken im Körper.

 

4. Esskultur

Wenn Du Dir ein wenig Zeit zum Kochen nimmst wirst Du Dir auch Zeit zum Essen nehmen. Du wirst automatisch viel mehr genießen können. Dein selbst gekochtes Essen wirst Du wohl kaum in einem ToGo Behältnis vor dem Bildschirm im Büro verschlingen. So kommt zusätzlich viel mehr Achtsamkeit in Dein Leben. Du lernst dadurch den Moment und Dein leckeres Essen zu genießen. Dadurch kommt der Ernährung wieder eine größere Bedeutung zu Gute.

 

5. Deine Sinne

Durch die Mischung aus Zucker, Fett, Salz und chemisch hergestellten Komponenten (E-? lässt grüßen) sind Deine Geschmacksnerven ständig Feuerwerke gewöhnt, die süchtig machen. Durch hochwertige Lebensmittel lernt Dein Körper nach und nach wieder seine Sinne zu benutzen und zu vertrauen. Du lernst wieder auf Dein Sättigungsgefühl zu hören und entdeckst wieder echten Geschmack.

 

Veränderung

Wenn Du Dir Deine Mahlzeiten überwiegend aus natürlichen Lebensmitteln zusammenstellst und lernst wieder richtig zu kochen, wirst Du schnell positive Veränderungen bemerken. Diese Lebensweise wird schnell zu Deiner Gewohnheit und zu einer Selbstverständlichkeit in Deinem Alltag.

 

In den letzten Jahrzehnten wurde die Evolution vom sogenannten „Fortschritt“ überrollt. Das Industrie-Essen ist vielfältiger und schneller als die Evolution. Unser Körper ist nicht für die Produkte gewappnet, die in großen Industriekesseln nach Lust und Laune zusammenrührt werden. Große Konzerne werden nie darauf achten, dass Du Dich gesund ernährst, außer sie verdienen daran. Aktuell verdienen sie aber noch sehr gut mit ihren verarbeiteten Produkten. Daher vertraue nicht blind auf deren Gesundheitsversprechen auf bunten Verpackungen. Ganz sicher ist Dein Körper nicht für den Zucker gemacht, den diese Produkte enthalten. So lange Du und wir leben, wird sich das auch nicht ändern.

 

Bleib gesund,

Dein Aron

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